







Über uns ist der Himmel. Und der Himmel ist für alle da. Allerdings haben die Länder den Himmel über sich zu nationalen Territorien erklärt. Erst mit der Erfindung der Luftfahrt ist das überhaupt ein Thema geworden. Wir befinden uns historisch im frühen 20. Jahrhundert und räumlich noch am Boden der jungen Republik Italien. Eine Gruppe zorniger junger Männer fordert den Bruch mit allen Traditionen und begründet die fortschrittsfanatische Kunst des Futurismus. Einige Jahre später, nach dem Ersten Weltkrieg tritt im faschistischen Italien eine zweite Generation des Futurismus auf dem Plan. Die Luftfahrt in ihrer Vielfalt ist ein besonders beliebtes Motiv dieser Kunstrichtung, die daher den Beinamen Aeropittura, Luftmalerei, bekommt. In der Kunstgeschichte der westlichen Welt wird diese Kunst marginal behandelt.
Mich interessierte die Luftmalerei wegen der historischen Begleitumstände. Die Kunst wurde wie eine Staatskunst inszeniert. Die Sujets der Kunst waren nach dem Ende des Mussolini-Regimes immer noch ein Thema, besonders im politischen Spannungsfeld des Kalten Krieges.
Meinen Aufenthaltes in Olevano Romano, dem Stidendiatenhaus der deutschen Akademie, nutze ich die Zeit für eine intensive Recherche. Die Ergebnisse umfassten Arbeiten auf Papier, Modelle, die in einem kleinen Raumessay zusammengefügt wurden. Darin befand sich das Modell des großen RaumessaysSpatio Aero – Luftraum.
Das Modell enthielt eine fast museale Zusammenstellung. Tafel, Bilder und Modell wurden kombiniert:
Tafel 1919
Deutschland hat nach dem Ersten Weltkrieg einige Zeppelin an verschiedene Länder als Reparationsleistungen abgegeben. So wurde „Bodensee“ zu „Esperia“ und flog für Italien zum Nordpol.
Tafel 1927
Als norwegische, italienische und amerikanische Expedition flog 1926 das Luftschiff „N1–NORGE “ von Norwegen nach Alaska und zurück. Ein Jahr später sollte eine ausschließliche italienische Mission zum Nordpol fliegen. Das Luftschiff „ ITALIA“ unter der Leitung von General Umberto Mobile stürzte am 25.5.1927 ab.
Es begann die bis dahin größte Rettungsexpedition der Geschichte, die von großer medialer Aufmerksamkeit begleitet wurde. Der Entdecker des Südpols und norwegische Nationalheld Ronald Amundsen nahm daran teil und kam ums Leben.
Tafel 1934
„Die Austellungsreihe futuristischer Flugmalerei setzt sich Rom und Mailand in Genua fort und 1932 in Paris. Die nächste Schau 1932 in La Spezia, dem wichtigsten Stützpunkt der Kriegsmarine und der italienischen Luftwaffe (…). 1934 erwartete die Hotelgäste im „Negresco“ in Nizza futuristische Flugmalerei; im selben Jahr wurde sie als Hommage von Goebbels an Mussolini in Hamburg und Berlin gezeigt (…).“
Die Ausstellung wurde am 24.2.1934 im Hamburger Kunstverein eröffnet und anschließend in den Räumen der ehemaligen Galerie Flechtheim, Berlin. Der Galerist Alfred Flechtheim war bereits nach London emigriert
Tafel 1937
Italien zeigt bei der Kleinen Weltausstellung in Paris, der „Exposition Internationale des Arts et Techniques dans la Vie Moderne“ die „Aeropittura“ in einem Saal.
Spanien zeigte in diesem Jahr das Gemälde Guernica von Pablo Picasso, mit dem der Zerstörung der spanischen Stadt Guernica durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor und der italienischen Corpo Truppe Volontarie in selbigem Jahr gedacht wurde.
Tafel 1941
Von 1934 bis 1943 war Lybien italienische Kolonie. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Hafenstadt Tobruk von italienischen und deutschen Armeen besetzt und 230 Tage von alliierten Streitkräften belagert. Während dieser Zeit kam es zu der „Luftschlacht von Tobruk.“
Starfigther
Der großspurig „Starfighter“ genannte Kampfjet Lockheed F-104 ist in Deutschland vor allem wegen der katastrophalen Defizite bekannt geworden. Man sprach von einem Skandal, dieses Flugzeug für die Bundeswehr anzuschaffen, weil es zu so zahlreichen Abstürzen kam, dass man den Jet „Witwenmacher“ oder „Erdnagel“ nannte. Die Luftwaffe hat das Flugzeug 1991, die Aeronautica Militare 2004 ausser Dienst gestellt.
Weitere Arbeiten wurden einzeln präsentiert oder in anderen Zusammen zu Bild- und Raumessays arrangiert:
Keine Überlebenden
Leichter als Luft
Spiegelwelt
Terraforming
Bildflug
Inszenierte Zerstörung
Atombomben
Logische Folgen







